«Ich war lange Zeit im Spital und bewundere das Personal»

Géraldine Knie, 53, ist die artistische Direktorin des Schweizer National-Circus Knie. Im Interview spricht sie über das Erfolgsrezept der aktuellen Tournee, ein Talent ausserhalb der Manege und die Spitex.


INTERVIEW: KATHRIN MORF

SPITEX MAGAZIN: Frau Knie, weltweit ist ein Zirkussterben zu beobachten. Der Circus Knie ist aber auch mit seiner aktuellen Tournee (vgl. Infokasten) ein Publikumsmagnet von Genf bis Chur. Sie kochen gern – verraten Sie uns die Zutaten zu ihrem bisher grössten Erfolgs­rezept, dem Circus Knie? 
GÉRALDINE KNIE: Ein Rezept, das immer gelingt, gibt es wohl nicht. Die wichtigsten Zutaten für eine erfolgreiche Knie-Show sind aber sicherlich Top-Artisten, gute Comedy und unsere Pferdedarbietungen. All dies muss zu einer stimmungsvollen Show mit eigener Dramaturgie zusammengesetzt werden, sodass das Publikum staunen, mitfiebern und lachen kann. Dazu setzen wir zunehmend auf moderne Technologien wie unsere LED-Wall, welche dem Circus eine neue Dimension verleiht. Gleichzeitig achten wir aber auf eine ausgewogene Mischung zwischen Tradition und Moderne.

Géraldine Knie leitet den Schweizer National-Circus Knie in siebter Generation. Bild: zvg

Sie standen bereits mit 3 Jahren in der Manege und sagten 2023 gegenüber dem «Blick»: «Ich wollte nie etwas anderes, als im Zirkus zu sein.» Gibt es wirklich keinen anderen Beruf, von dem Sie träumten oder träumen?
Der Circus ist und bleibt meine Leidenschaft. Ich habe im Circus schon verschiedene Rollen ausgeführt, von der Arbeit mit den Pferden über Artistik auf dem Drahtseil bis hin zu meinem jetzigen Beruf als artistische Direktorin, welcher sich vermehrt auch hinter den Kulissen abspielt. Einen Berufswunsch ausserhalb des Circus hatte ich tatsächlich nie. 

Als Mitglied der «Dynastie Knie» interessieren sich die Schweizer Medien stark für Sie. Verraten Sie uns eine Macke und ein Talent, die in der Öffentlichkeit dennoch noch kaum Thema waren? 
Welche Macken ich habe, müssten Sie wohl eher meine Familie oder meine Mitarbeitenden fragen. Eines meiner Talente ausserhalb der Manege ist das Kochen. Das habe ich wohl von meinem Vater geerbt. Wenn es die Zeit erlaubt, koche ich sehr gerne für meine Familie und Freunde. Ich geniesse es auch, zusammen mit ihnen am Tisch zu sitzen und zum Beispiel beim Pasta-Essen über Gott und die Welt zu diskutieren.

Ihre Leidenschaft gehört den Pferden – aber gibt es auch eine prominente Person, die Sie bewundern? 
Ja, Michael Jackson! Ich hatte das grosse Glück, ihn im Mai 2000 in Zürich anlässlich unserer Show kennenzulernen. Er war ein Mensch, der mich bis heute inspiriert und den ich bewundere.

Sie erlitten 2024 einen schweren Herzinfarkt, wurden erfolgreich operiert und lernten das Gesundheitswesen eng kennen. Verraten Sie uns, welche Erfahrungen Sie mit der Pflege (zu Hause) gemacht haben?
Ich habe sehr positive Erfahrungen mit dem Gesundheitswesen gemacht. Ich war lange Zeit im Spital und bewundere das Personal. Sie alle vollbringen Wunder! Ich fühlte mich stets gut betreut und aufgehoben im Spital. Auf die Spitex war ich nicht angewiesen. Ich finde es aber sehr wertvoll, dass Menschen zu Hause Unterstützung bekommen. Gerade nach schweren Operationen ist es sehr wertvoll, nach Hause zu dürfen und dort trotzdem gut versorgt zu sein.

Über Géraldine Knie
Géraldine Katharina Knie wurde am 19. Januar 1973 geboren – als Tochter von Marie-José Knie und Fredy Knie junior vom Circus Knie. An der Seite ihres Vaters stand sie bereits im Alter von drei Jahren mit Pferden in der Manege, und Pferde sind bis heute ihre grosse Leidenschaft. 2021 übernahm sie die Leitung des Circus in siebter Generation als artistische Direktorin, gemeinsam mit Ehemann Maycol Errani als technischem Direktor sowie Cousine Doris Knie als administrativer Direktorin. Im August 2024 erlitt Géraldine Knie ­einen schweren Herzinfarkt und musste sich einer Operation unterziehen. 2025 machte sie den Infarkt öffentlich, um auf die Gefahren des Ignorierens von Warnsignalen aufmerksam zu machen. Ihre drei Kinder, Ivan Frédéric aus erster Ehe (geboren 2001) sowie Chanel Marie (2011) und Maycol junior (2017) aus der Ehe mit Maycol Errani stehen ebenfalls in der Manege. Géraldine Knie wohnt mit ihrer Familie im Wohnwagen, auch im Winter. Ihre Freizeit verbringt sie mit ihrer Familie oder zum Beispiel beim Kochen für Freunde.

2026 tourt der Circus Knie durch 23 Schweizer Orte und beschäftigt hierfür rund 200 Mitarbeitende aus 16 Nationen. Das Programm kombiniert Pferdedressuren mit Artistik, einem Clown, einem Bauchredner, Motorrad-Stunts, LED-Konzepten, der Hightech-Show «Dancing Tissues» und mehr. Von 11. Bis 21. Juni ist der Circus Knie in Basel und von 24. bis 26. Juli in Solothurn. Danach folgen Bern (30.7.–16.8.), Nidau (21.–22.8.), Genf (28.8.–13.09.), Nyon (18.–20.09.), Lausanne (24.9–11.10.), Vevey (15.–18.10.), Sion (21.–25.10.), Fribourg (29.10.–1.11.), Thun (5.–8.11.), Aarau (12.–15.11.), Zug (20.–22.11.), Agno (27.11.–6.12.) und Luzern (10.12.–3.1.). Mehr: www.knie.ch

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