2 min 14. August 2024

Empfehlungen für ein besseres Medikationsmanagement

Ein neues Positionspapier zeigt auf, wie die Spitex ihr Medikationsmanagement optimieren kann – und was Politik und Gesundheitswesen zu dieser wichtigen Aufgabe beitragen sollten.

Die Akademische Fachgesellschaft (AFG) Spitex Pflege hat das Positionspapier «Medikationsmanagement – die Rolle der Spitex» veröffentlicht. Nötig ist dies, weil der umfassende Prozess des Medikationsmanagements ein sehr fehleranfälliger Prozess ist, was die Patientensicherheit zu beeinträchtigen droht. Die Autorinnen des Positionspapiers empfehlen den Spitex-Organisationen Verbesserungsmassnahmen in folgenden Bereichen:

  • Verantwortlichkeiten
  • Verordnungsprozess
  • Bestellprozess
  • Lieferprozess
  • Bereitstellungsprozess
  • Anwendungsprozess

Beispielsweise raten die Expertinnen im Bereich «Verantwortlichkeiten» zu einem Medikationsmanagement-Konzept für jede Spitex-Organisation. Auch empfehlen sie den Einbezug der Klientinnen und Klienten «entsprechend ihrer Medikationskompetenz». Und sie raten dazu, dass die Spitex bei jeden Setting-Wechsel aktiv mit allen Beteiligten über das Thema Medikation kommuniziert. Unter anderem befürworten die Verfasserinnen zudem einen systematischen, regelmässigen Medikationsabgleich sowie den stärkeren Einbezug von Apotheken (vgl. zu Letzterem auch den Bericht Die Kooperation mit Apotheken erhöht die Sicherheit und spart Zeit).

Das Medikationsmanagement der Spitex ist eine komplexe Aufgabe. Themenbild: Pia Neuenschwander / Spitex Schweiz

Auch Politik und Gesundheitswesen müssen mithelfen
Schliesslich umreisst die AFG auch Massnahmen für Politik und Gesundheitswesen, welche zur Verbesserung des Medikationsmanagements zugunsten aller Beteiligten beitragen sollen: Unter anderem empfehlen die Autorinnen politische Vorstösse, damit «Pflegepersonen mit Masterabschluss berechtigt werden, Medikamente selbst zu verordnen oder Verordnungen anzupassen». Auch verlangen sie, dass die Finanzierung des Vieraugenprinzips durch eine Gesetzesanpassung gesichert wird – und sie fordern eine «einheitliche, interaktive und digitale Lösung für den Medikationsprozess für alle beteiligten Gesundheitsdienstleistenden».

Alle Empfehlungen der AFG Spitex Pflege gibt es diesem Positionspapier:

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