«Vielen Dank für euren unermüdlichen Einsatz»

Die Berner Sängerin Francine Jordi, 46, spricht über ihre Bühnenkarriere, eine wenig bekannte Macke und die Erfahrung ihrer Familie mit der Spitex.

Sängerin Francine Jordi. Bild: Thomas Buchwalder

SPITEX MAGAZIN: Frau Jordi, Sie standen bereits als Kind auf der Bühne und tun dies seit Ihrem Durchbruch 1998 vor riesigem Publikum und in TV-Shows. Im Sommer 2023 haben Sie Ihr bisher letztes Album «Leben» veröffentlicht. Was treibt Sie als scheinbar nimmermüde Musikerin an?
FRANCINE JORDI: Musik und vor allem das Singen ist meine grosse Leidenschaft. Bereits als Kind habe ich immer und überall gesungen. Mich musste man nicht suchen – man hat mich immer gehört. In der heutigen, doch sehr turbulenten Zeit ist es nicht nur meine Leidenschaft, sondern ich sehe es auch als meine Aufgabe, den Menschen in meinen Konzerten eine positive, berührende und sorgenvergessende Zeit zu schenken. Ich freue mich sehr, wenn meine Musik ihnen Kraft gibt und im Alltag hilft. Die Welt braucht mehr positive Energie – also mehr Schlager.

Sie sind eine erfolgreiche Sängerin, Komponistin, TV-Moderatorin – und 2023 haben Sie auch noch ein Kochbuch veröffentlicht. Ist Köchin vielleicht ein Beruf, von dem Sie einst träumten oder immer noch träumen?
Das Kochbuch ist eine wunderschöne Teamarbeit mit meiner Mutter. Es sind alles Familienrezepte, die ich als Kind schon geliebt habe – einfache Rezepte, die schnell auf dem Tisch stehen und einfach nur lecker schmecken. Genau so mag ich es, wenn ich zu Hause koche. Auch stehen im Buch viele Geschichten und Geheimnisse, welche die Familie Jordi sehr gut beschreiben. Trotzdem möchte ich nicht in einer Küche arbeiten, Singen ist und bleibt meine Leidenschaft. Und solange mich die Leute hören wollen, ist es mir eine grosse Ehre und Freude, für sie zu singen.

Seit über 25 Jahren interessieren sich die Medien für Sie. Verraten Sie uns eine Macke, die in der Öffentlichkeit bisher dennoch kein Thema war?
Bei den Tausenden von Interviews, die ich gegeben habe, gibt es wohl keine Macke, über die nie geschrieben wurde und die ich auch preisgeben möchte. Vielleicht gibt es aber eine, die noch nicht ganz so bekannt ist: Wenn ich in ein Zimmer komme und ein Bild schief hängt, muss ich es richten. Das bringt mich sonst durcheinander.

Gibt es eine bekannte Person, welche Sie gern einmal treffen würden?
Da gibt es natürlich ganz viele Persönlichkeiten, zum Beispiel Sängerinnen und Sänger sowie Politikerinnen und Politiker. Im Moment lese ich ein Buch des Psychiaters und Flugpioniers Bertrand Piccard. Er ist ein Mann mit einer beeindruckenden Lebenseinstellung, den ich gerne mal auf einen «Schwatz» treffen würde. 

Und zum Schluss: Welche Erfahrungen haben Sie mit der Spitex gemacht?
Mit der Spitex haben ich und auch meine Familie bis jetzt sehr gute und herzliche Erfahrungen gemacht. Als meine Grossmutter pflegebedürftig wurde und meine Mutter sie fünf Jahre lange zu Hause rund um die Uhr betreute, waren wir sehr dankbar, dass meine Mutter immer wieder durch die Spitex unterstützt wurde. Wer einmal einen Menschen von morgens bis abends und teilweise während der Nacht betreut hat, weiss, wie wichtig und wundervoll die Arbeit des Pflegepersonals ist. Vielen Dank für euren unermüdlichen Einsatz!

Interview: Kathrin Morf

Zur Person
Francine Jordi wurde am 24. Juni 1977 geboren und wuchs in Richigen BE auf. Von klein an stand sie mit ihren Eltern und ihren beiden Schwestern mit Volksmusik auf der Bühne. Später gründete sie mit ihrer Schwester Nicole die Formation «Gospel Four». Am Konservatorium in Neuenburg absolvierte sie ein Studium in Gesang und Klavier – und errang 1998 den Sieg am «Grand Prix der Volksmusik» in Wien mit dem Lied «Das Feuer der Sehnsucht». Seither hat sie 15 Alben veröffentlicht, etwa die erfolgreichen «Dann kamst du» (2007), «Lago Maggiore» (2011) und zuletzt «Leben» (2023). Zu ihren bekan­ntesten Hits gehören «Träne» mit Florian Ast (2002) und «Das Feyr vo dr Sehnsucht» mit dem Jodlerklub Wiesenberg (2008). 2002 nahm sie
für die Schweiz mit ihrem Lied «Dans le jardin de mon âme» am Finale des «Eurovision Song Contest» in Tallinn teil. Im Laufe ihrer Karriere erweiterte die Sängerin ihr Repertoire von Volksmusik und Gospel auf Schlager und Swing – und wurde sechsmal mit dem «Prix Walo» ausgezeichnet. Von 2002 bis 2011 war Francine Jordi in einer Beziehung mit Ex-Radsportler Tony Rominger, ­davon drei Jahre verheiratet. 2018 machte sie ihre überstandene Brustkrebserkrankung ­öffentlich. Heute lebt sie in der Region Bern und zählt den Schiesssport und Spaziergänge mit ­Labrador Theo zu ihren Hobbys. 2023 veröffentlichte sie mit ihrer Mutter das Kochbuch «Schnell & Traditionell – meine liebsten Familienrezepte». Ihre nächsten Live-Konzerte in der Schweiz sind am 28. April 2024 in Sempach (NaVita Mega Event), 8. Mai in Wittenbach (Ostschweizer ­Schlagerfestival), 20. Juni in Glarus (Sound of Glarus), 21. Juni in Ettingen (Regioturnfest), 9. August in St. Stephan (Volks- und Schlagerfestival) und 31. August in Aadorf (Aadorfer Mäss).

→ www.francinejordi.ch

 

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