Dank Digitalisierung mehr Zeit für Klientinnen und Klienten

Dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen rasch voranschreitet, führt bei manchen Spitex-Mitarbeitenden zu Unbehagen oder sogar Stress. Am Beispiel der Publicare AG , der Expertin rund um medizinische Hilfsmittel, wird allerdings klar, dass eine durchdachte Digitalisierung die Pflegenden stark entlasten kann.

KATHRIN MORF. Dass die Publicare AG1 ihre Kunden entlastet, ist laut einer Umfrage unter ebendiesen Kunden ein Erfolgsbaustein des Unternehmens. «Die Digitalisierung trägt stark zu dieser Entlastung bei», sagt Marc Hägler, Leiter Operations bei Publicare. «Denn unsere digitalen Anwendungen erleichtern der Spitex viele administrative Aufgaben, wodurch mehr Zeit für ihre Klientinnen und Klienten frei wird.»

Spitex-Mitarbeitende haben mehr Zeit für ihre Klientinnen und Klienten, weil ihnen die digitalen Angebote von Publicare im Hintergrund viele administrative Aufgaben abnehmen. Illustration: Stutz Medien

«Unsere Abteilung ‹Digital, Innovation & Technologie› arbeitet laufend an der Optimierung unserer digitalen Angebote», ergänzt Aussendienst-Leiterin Anita Thielken. «Und jedes dieser Angebote für die Spitex wird gemeinsam mit der Spitex entwickelt. Denn unser Ziel ist nicht die maximale Digitalisierung, sondern die maximale Entlastung unserer Kunden.» In den folgenden Bereichen wirke diese Entlastung:

Unser Ziel ist nicht die maximale Digitalisierung, sondern die maximale Entlastung unserer
Kunden.

Anita Thielken

Leiterin Aussendienst, Publicare AG

  • MyPublicare und der Bestellprozess: Die Basis aller digitalen Anwendungen ist das Webportal «MyPublicare», wo Spitex-Organisationen über 15 000 medizinische Hilfsmittel bestellen können. «Bei Bestellungen bis 17 Uhr und entsprechender Warenverfügbarkeit erfolgt die Lieferung in der Regel bereits am nächsten Werktag – direkt an die Klientinnen und Klienten oder an den Spitex-Stützpunkt», sagt Anita Thielken. Das Webportal ermögliche der Spitex eine detaillierte Übersicht über alle ver­wendeten Produkte samt deren MiGeL2-Konformität. Und es merke sich Bestellungen, wodurch Wiederbestellungen in Windeseile erledigt seien. «Die Spitex kann ihre Klientendaten manuell in MyPublicare erfassen. Zu den meisten Betriebssystemen können wir aber auch eine direkte Schnittstelle anbieten, wodurch die Klientendaten ohne Medienbrüche in das Webportal übertragen werden», erklärt sie. Alle Funktionen des Portals seien einfach zu bedienen und bestens in die Prozesse integriert, fügt Marc Hägler an. Dies hat eine Jury bestätigt: Publicare hat beim «Digital Commerce Award 2026» in der Kategorie «B2B Service- und Prozessintegration» den 1. Platz belegt. «Was im Hintergrund komplex ist, wirkt in der Anwendung erstaunlich intuitiv» 3, lobten die Juroren.
  • Digitales Rezeptmanagement: «Durch Digitalisierung vereinfachen wir verschiedene Prozesse zwischen den Leistungserbringern», sagt Marc Hägler. Ein Beispiel sei der zeitraubende Austausch der Spitex und der Ärzteschaft über Rezepte: Mit dem Rezeptgenerator von Publicare können Fachper­sonen medizinische Rezepte und Dauerrezepte für Hilfsmittel rasch erstellen. «Zudem nehmen wir der Spitex alle Aufgaben rund um Rezepte ab: So holen wir Erst- und Folgerezepte direkt bei den Ärztinnen und Ärzten ein oder beantragen auch Kostengut­sprachen», ergänzt Anita Thielken. MyPublicare sorgt hier für viel Transparenz: «Die Spitex kann jeder­zeit und überall einsehen, wie der Status eines Rezeptes ist. Diese Transparenz, die wir in allen Bereichen bieten, erspart der Spitex aufwendige Recherchen und Nachfragen», sagt Anita Thielken.
  • Abrechnung mit Versicherern: Publicare übernimmt einen grossen Teil der Abrechnung der gelieferten Hilfsmittel mit den Versicherern für die Spitex, bearbeitet auch Rückweisungen und überwacht MiGeL-Jahreslimiten 4. «Bei alldem helfen uns digitale Prozesse. Zum Beispiel verfügen wir über eine digitale Schnittstelle für die elektronische Abrechnung mit Krankenversicherern, was die effiziente Abrechnung mit ihnen erleichtert», erklärt Marc Hägler. 
  • Die neueste Entwicklung:  «Ab 2027 erweitern wir den MyPublicare-Shop um das Angebot, Medikamente direkt bei einer Apotheke zur Lieferung oder Abholung zu bestellen», berichtet Anita Thielken weiter. Aktuell läuft dazu die Testphase mit ausgewählten Spitex-Organisationen. «Unsere digitalen Neuerungen brauchen manchmal etwas länger, weil wir sie gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden auf Herz und Nieren prüfen. So stellen wir sicher, dass sie im Spitex-Alltag zuverlässig funktionieren», sagt Marc Hägler.

Risiken der Digitalisierung und Statement der Spitex
Publicare seien die Risiken der Digitalisierung bestens bewusst, betont Marc Hägler. Künstliche Intelligenz (KI) habe zum Beispiel viel Potenzial, mache aber Fehler. «Darum müssen ihre Ergebnisse durch einen Menschen kontrolliert werden. Und sie muss vorsichtig und bewusst angewandt werden, um eine hohe Datensicherheit zu garantieren.» Im Weiteren werde Menschlichkeit bei Publicare durch die Digitalisierung keinesfalls ersetzt, sondern nur ergänzt. «Wir bieten auch immer eine menschliche Alternative zu digitalen Prozessen an», ergänzt Anita Thielken. «So sind wir selbstverständlich auch weiterhin telefonisch für unsere Kundinnen und Kunden erreichbar. Anrufe nehmen wir in der Regel innerhalb von 30 Sekunden entgegen.» 

Wir können Pflegematerial mit den Kontaktdaten der Klientinnen und Klienten direkt aus unserem System heraus in MyPublicare bestellen.

Mike Ziebold

Infrastruktur und Logistik, Spitex Stadt Luzern

Zum Schluss wurde ein Kunde befragt, ob er die bisherigen Ausführungen bestätigen kann. «Publicare hat unsere Umstellung auf ihr Webportal intensiv begleitet und eine Anbindung an unser System Swing geschaffen», berichtet Mike Ziebold, Zuständiger für Infrastruktur und Logistik bei der Spitex Stadt Luzern. «So können wir Pflegematerial mit den Kontaktdaten der Klientinnen und Klienten direkt aus unserem System heraus in MyPublicare bestellen, ganz einfach via Tablet.» Publicare sei bestrebt, einen umfassenden, schnellen und unkomplizierten Kundenservice zu bieten – und einfach zu bedienende digitale Anwendungen, lobt er. «Das Unternehmen agiert in Bezug auf diese Angebote von sich aus innovativ und entlastet uns dadurch von administrativen Aufgaben.»

  1. Die Publicare AG aus Oberrohrdorf (AG), Premiumpartnerin von Spitex Schweiz, ist eine führende Schweizer Anbieterin für die Beratung und Lieferung von medizinischen Hilfsmitteln. www.publicare.ch ↩︎
  2. Die Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) umfasst medizinische Produkte (zur Selbstanwendung oder zur Anwendung durch Pflegende), die von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) bis zu einem Höchstbetrag übernommen werden. ↩︎
  3. Vgl. www.digital-commerce-award.ch/sieger-2026 ↩︎
  4. Für Details vgl. zum Beispiel www.spitexmagazin.ch/artikel/an-der-schnittstelle-zwischen-spitex-krankenversicherern-und-betroffenen ↩︎

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