4 min 5. Oktober 2023

Neuer Hauptsitz für die 10-jährige IMAD

Die Genfer Spitex IMAD (Institution Genevoise de Maintien à Domicile) hat am Freitag, 29. September, ihren neuen Hauptsitz in Lancy (GE) eingeweiht. Im Jahr ihres zehnjährigen Bestehens markiert der moderne Stützpunkt mit vielen Annehmlichkeiten in einem brandneuen Gebäude in Pont-Rouge – einem aufstrebenden und gut erschlossenen Genfer Stadtteil – ein neues Kapitel für IMAD.

Bildlegende : Moreno Sella, Präsident der IMAD, Marie Da Roxa, Generaldirektorin, und Regierungsrat Pierre Maudet (von links) durchschnitten das Band zur Einweihung des neuen Hauptsitzes. Foto: Nicolas Righetti

«Diese Einweihung ist eine Etappe der Transformation und kein Selbstzweck», sagte Marie Da Roxa, Generaldirektorin von IMAD, an der Pressekonferenz. Der neue IMAD-Hauptsitz sei als «Brutkasten für Ideen» gedacht und stelle einen «Hebel für die Transformation der IMAD» dar, deren Hauptaufgaben  das «Unterstützen, Pflegen und Ausbilden» seien. Marie Da Roxa machte deutlich, dass das Projekt aus einer Krise entstanden sei, welche zu einer Chance wurde. Genauer war es die Kündigung der Mietverträge für die Räumlichkeiten der IMAD in Carouge, die zum Umzug nach Lancy führte.
Mittels Arbeitsgruppen, Umfragen oder auch Workshops waren die Mitarbeitenden von IMAD – von denen 90 Prozent nun im neuen Hauptsitz arbeiten – an der Entwicklung und dem Gelingen des Projekts beteiligt.

Ein Campus für die Ausbildung
Das neue Schmuckstück von IMAD erstreckt sich über fünf Stockwerke und 7900 Quadratmeter. Der Standort soll den interprofessionellen Austausch fördern und die Zusammenarbeit und Partnerschaften stärken. Der Hauptsitz beherbergt insbesondere einen Campus für die Ausbildung von Spitex-Fachkräften. Dieser wird ab Anfang 2024 unter anderem eine nachgebaute Wohnung umfassen, in der Situationen im Spitex-Alltag simuliert werden können. Dieser Campus ist ein Pluspunkt für die IMAD, welche der grösste Ausbildungsbetrieb für Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit (FaGe) im Kanton Genf ist.

Der neue Sitz von IMAD beherbergt einen Campus für die Ausbildung von Spitex-Fachkräften. Hier ist einer der Schulungsräume zu sehen. Foto: IMAD

Der Genfer Regierungsrat Pierre Maudet betonte die Unentbehrlichkeit der Pflege zu Hause als zentrales Glied der kantonalen Gesundheitspolitik. «Die von der IMAD erbrachten Leistungen tragen dazu bei, die Lebensqualität aller Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons zu erhöhen. Der vernetzte Ansatz vom IMAD in der ambulanten Versorgung sowie der Schwerpunkt auf Prävention, Ausbildung und Digitalisierung tragen zu mehr patientenzentrierten Leistungen und zu einer besseren Kostendämpfung bei», sagte der für das Gesundheitsdepartement zuständige Politiker.

Ein Wechsel der Unternehmenskultur
Der Umzug nach Pont-Rouge bedeutet für die Mitarbeiter der IMAD auch einen Wandel der Unternehmenskultur: Nicht nur wurden die Einzelarbeitsplätze im Vergleich zum alten Hauptsitz um die Hälfte reduziert, sondern niemand hat mehr einen festen Platz. «Selbst die Generaldirektorin hat kein Büro», erklärte Marie Da Roxa. Und was ist das Ziel dieser Änderung? Es sollen Flächen gewonnen werden, um zahlreiche Räume für die Zusammenarbeit zu schaffen, die an die verschiedenen dort vorgesehenen Aktivitäten angepasst sind.
Genauer umfassen die neuen Räumlichkeiten der Institution mehr als 200 Büroplätze, 45 Besprechungsräume, fünf Schulungsräume, ein Auditorium, eine Bibliothek und ein Betriebsrestaurant mit sozialer Ausrichtung. Die Räume sind hochmodern ausgestattet, da IMAD eine papierlose Arbeitsweise anstrebt.

Ein neues Arbeitsumfeld, das geschätzt wird
Der neue Hauptsitz ist innovativ in Bezug auf die Einrichtung und die Arbeitsorganisation, aber auch benutzerfreundlich und soll ein «Ort für alle» sein. Er ist leicht zugänglich und spricht die Klientinnen und Klienten sowie die Partner von IMAD an – und natürlich sämtliche 2400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IMAD, die an sieben Tagen in der Woche Leistungen für über 18’300 Personen aller Altersgruppen erbringen.
Laut Antoine Bazin, Leiter strategische Projekte, schätzen die Mitarbeitenden der IMAD ihre neue Arbeitsumgebung. Auch wenn sie sich erst eingewöhnen mussten, kämen sie heute mit einem Lächeln zur Arbeit. «Sie sind im Grossen und Ganzen sehr zufrieden», zog er Bilanz.

Ein Buch anlässlich des 10-Jahr-Jubiläums der IMAD
«Kein Geburtstag ohne die Pflicht, sich zu erinnern» Dies waren die Worte, mit denen Marie Da Roxa das Buch des Historikers Christophe Vuilleumier mit dem Titel «IMAD: l’histoire genevoise de l’aide et du maintien à domicile» (IMAD: die Genfer Geschichte der Hilfe und Pflege zu Hause) besprach. Das Buch ist auf Französisch bei IMAD erhältlich und wurde anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Institution veröffentlicht. Anhand von Archivfotos zeichnet es die Entwicklung der Genfer Pflege zu Hause bis zur Entstehung von IMAD nach und gibt auch einen Überblick über die Herausforderungen, mit denen die Institution nach den «COVID-Jahren» konfrontiert ist.
www.10ans.imad-ge.ch

FLORA GUÉRY

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