3 min 19. September 2023

Die Spitex im Kanton Schaffhausen erfindet sich neu

Das Projekt «Variantenprüfung» des Spitex-Verbandes des Kantons Schaffhausen ist abgeschlossen. Der Projektbericht empfiehlt den Gemeinden und dem Kanton, den zukunftsorientieren Weg einer regional integrierten Versorgung einzuschlagen – zugunsten der Schaffhauser Bevölkerung.

Im Spitex-Verband des Kantons Schaffhausen sind alle sieben öffentlichen Spitex-Regionen (SPO) des Kantons zusammengeschlossen. «Der Verband hat wenig Ressourcen, die einzelnen SPO kommen durch immer mehr Aufgaben und zusätzliche Qualitätsanforderungen zunehmend an ihre Grenzen», schreibt der Verband am 18. September 2023 in einer Medienmitteilung. Darum seien im Rahmen des Projekts «Variantenprüfung», das Ende 2022 gestartet ist, künftige mögliche Kooperationsformen evaluiert und ausgearbeitet worden, und zwar ergebnisoffen (vgl. Spitex Magazin 1/2023).

Die Situation heute im Kanton Schaffhausen mit Alters- und Pflegeheimen (APH) sowie Spitex-Regionen. Illustration: Spitex Verband des Kantons Schaffhausen

Sowohl im Steuerungsausschuss als auch im Projektteam waren alle sieben SPO vertreten. Die Kosten für die externe Unterstützung im Projekt beliefen sich auf 130’000 Franken; wovon der Kanton knapp 70 Prozent übernimmt und die Gemeinden beziehungsweise SPO den Rest. Die Projektleitung lag bei HeCaCons GmbH aus Baar (ZG) sowie bei Verbandspräsidentin Rosmarie Widmer Gysel. Nach der eingehenden vergleichenden Analyse aller sieben SPO und der erarbeiteten Marktübersicht wurden vier Kooperationsvarianten definiert, vertieft bewertet und geprüft (Verband als Koordinator / Horizontal, Unternehmen / Horizontal, Holding / Regional vertikal). Im Sinne einer regional integrierten Versorgung wurde schliesslich die Umsetzung der Variante «Regional vertikal» beschlossen. Ziel dabei ist laut den Verantwortlichen, bis 2028 «noch maximal drei Betriebe der integrierten Versorgung im Kanton Schaffhausen zu haben, denen alle Gemeinden angeschlossen sind».

Für die Selbstbestimmung der Bevölkerung
Das Zusammenführen verschiedener Versorgungsstufen  – wie zum Beispiel von Spitex, Alters- und Pflegeheimen und betreutem Wohnen – reduziert laut der Medienmitteilung «die starren Betreuungsgrenzen der einzelnen Institutionen und fördert damit den Vorsatz des Kantons, dass die Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden wohnen können».
Für eine erfolgreiche Umsetzung der «Strategie regionale integrierte Versorgung» ist die Bildung von Versorgungsregionen mit mindestens 10’000 Einwohnenden oder die Zusammenarbeit mit weiteren (ausserkantonalen) Gemeinden mit bereits bestehenden Organisationen erforderlich. Davon betroffen sind insbesondere die Regionen Klettgau-Randen / SPUR mit Einbezug von Buchberg-Rüdlingen und die beiden Regionen Thayngen und Bezirk Stein. Die Regionen Schaffhausen und Neuhausen haben bereits Spitex und Alters- und Pflegeheime in der gleichen Organisation und entwickeln nach und nach die integrierte Versorgung weiter. Zur Umsetzung der Empfehlungen aus dem Bericht wird den Gemeinden und Betrieben ein Projektvorgehen in vier bis fünf Phasen vorgeschlagen.

Der Projektbericht umfasst im Weiteren die Handlungsfelder auf Stufe Kanton: Zum einen soll der Rahmen für die integrierte Versorgung in der Langzeitpflege gesetzt und zum anderen die Langzeitpflege generell weiterentwickelt werden. Dazu gehört auch die Neuregelung der Finanzierung, welche im Rahmen eines separaten Projekts angegangen werden soll.
Der ausführliche Projektbericht wurde in diesen Tagen allen zuständigen Gemeindebehörden und dem Departement des Innern zuhanden des Regierungsrates zugestellt. Damit sind laut der Medienmitteilung «umfassende Grundlagen für die anstehenden, durch die Politik auf Gemeinde- und Kantonsebene zu fällenden Entscheide vorhanden».

Der Projektbericht steht auf www.spitexsh.ch zur Verfügung. Das «Spitex Magazin» wird über den weiteren Verlauf des Projekts berichten.

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