StoppSturz wird umgesetzt

2022 wurde das Projekt StoppSturz abgeschlossen. Nun wird das Wissen zur Sturzprävention in zahlreiche Spitex-Organisationen aus der Deutsch- und Westschweiz getragen.

KARIN MEIER. Mit «StoppSturz» lernen medizinische und nicht medizinische Fachpersonen des ambulanten Versorgungssystems, wie sie bei älteren Personen ein erhöhtes Sturzrisiko erkennen und die nötigen Massnahmen zur Behandlung und zur Sturzprävention einleiten (vgl. «Spitex Magazin» 1/2021; 6/2022). Das Wissen dazu steht nach Abschluss des vierjährigen Projekts auf der Website von StoppSturz bereit: Spitex-Organisationen können dort zum Beispiel ausführliche Schulungsunterlagen herunterladen und ein E-Learning nutzen. Fragen dazu beantwortet die AG Best Home Care Practice des Schweizerischen Vereins für Pflegewissenschaften via spitex@vfp-apsi.ch. Andy Biedermann, Gesamtprojektleiter von StoppSturz, ist mit dem Erreichten zufrieden: «Mit StoppSturz haben wir einen neuen Qualitätsstandard für die Praxis erarbeitet.» 

Die Zürcher Spitex geht voran 
Spitex Zürich, die Spitex Knonaueramt und die Spitex Winterthur begannen bereits 2022 mit der Schulung ihrer Mitarbeitenden und der Verankerung des StoppSturz-Vorgehens in ihrer Organisation. «Alle drei ­Organisationen haben uns zurückgemeldet, dass die Implementierung sinnvoll ist», sagt Azra Karabegovic, Leiterin der Arbeitsgruppe Spitex von StoppSturz. Dieses Jahr führen sie und ihre Kollegin Rachel Jenkins bei den Spitex-Kantonalverbänden der Kantone Zürich, St. Gallen, Thurgau, Graubünden und der beiden Appenzell eine Train-the-Trainer-Schulung für Mitarbeitende aus diesen Organisationen durch. Dabei befähigen sie die Teilnehmenden dazu, ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen in die Anwendung des StoppSturz-Vorgehens einzuführen. Zu den Schulungen kann man sich unter www.spitex-fortbildung.ch anmelden. 

Eine Seniorin ist wegen eines Teppichs gestürzt. «StoppSturz» sorgt dafür, dass es seltener zu solchen Szenen kommt. Themenbild: Getty Images

Viele Spitex-Organisationen machen mit 
Die Fondation pour l’Aide et les Soins à domicile des Kantons Jura beschäftigte sich schon zu Beginn von StoppSturz mit Prävention und bezog dabei auch das Thema Mangelernährung mit ein.«Eine neunköpfige,
interprofessionelle Präventionsgruppe überarbeitete beziehungsweise entwickelte dafür Verfahren, Bewertungsinstrumente und ein Schulungskonzept für das Personal», sagt der stellvertretende Direktor Nicolas Froté. Die Schulungen selbst wurden zwischen Dezember 2021 und Herbst 2022 mit Elementen von StoppSturz durchgeführt. Die Spitex Bern hat das Thema Sturz als Schulungsschwerpunkt für dieses Jahr festgelegt. Andere Organisationen setzen StoppSturz niederschwellig um: Die Spitex Oberaargau AG beschränkt sich aktuell auf die Sensibilisierung der Bevölkerung mittels Informationen zur Sturzprävention auf ihrer Website. «Für eine Umsetzung im pflegerischen Alltag fehlen uns wegen des Fachkräftemangels derzeit leider die Ressourcen», sagt Geschäftsführerin Verena Zimmermann.

Weitere Spitex-Organisationen werden das Programm übernehmen – in der Deutschschweiz unter anderem Aarau, Basel, Burgdorf-Oberburg, Chur, Luzern, Ostermundigen, Rapperswil Jona (RaJoVita), Sarganserland, Thurvita, Mittleres Toggenburg sowie sämtliche Thurgauer Nonprofit-Spitex-Organisationen. In der Romandie erwägt die Genfer Spitex imad die Übernahme des StoppSturz-Vorgehens. 

Seit Anfang April ist die Website für Stoppsturz in neuem Design über bfu.ch/stoppsturz erreichbar. 

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