SPOTnat: Die Spitex leistet gute Arbeit

Die Studie «SPOTnat» zeigt, dass die Spitex eine gute Pflegequalität erbringt. Verbessert werden müssen zum Beispiel die Koordination und die erhaltenen Ressourcen.

RED. Die Studie SPOTnat (Spitex Koordination und Qualität – eine nationale Studie) des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität Basel will für ein besseres Verständnis der Spitex sorgen. Hierfür wurde 2021 eine schriftliche Umfrage unter 88 Spitex-Organisationen durchgeführt. Genauer nahmen insgesamt rund 6000 Betriebsleitende, Mitarbeitende, Klientinnen und Klienten und deren Angehörige teil. Ende April 2023 wurden die Ergebnisse veröffentlicht:

Pflegequalität: Die Spitex erbringt aus Sicht aller Befragten eine sehr gute Pflegequalität. Verbesserungspotenzial besteht laut dem Studienbericht zum Beispiel beim Einbezug der Klientinnen und Klienten und Angehörigen in die Festlegung von Zielen und bei der situativ angepassten Versorgung – insbesondere, wenn Leistungen mit anderen Berufsgruppen koordiniert werden müssen. Zudem kommen die präventiven Tätigkeiten zu kurz.

Koordination: Die Koordination innerhalb der
Spitex gelingt gut. Sind mehrere Leistungserbringer involviert, mangelt es aber an Zeit, und Spitex-Mitarbeitende erhalten «nicht immer alle benötigten Informationen, um für Kontinuität im Behandlungs- und Versorgungsprozess zu sorgen». Weiter scheine es «an angemessener Finanzierung, passenden Rahmenbedingungen, klaren Prozessen und insbesondere an unterstützenden IT-Angeboten und ­interprofessionellen Austauschmöglichkeiten zu fehlen».

Kommunikation: Auch die Kommunikation funktioniert innerhalb der Spitex gut. Der Informationsfluss zwischen den Leistungserbringern sei hingegen mangelhaft. Dementsprechend dringend seien Fortschritte im Ausbau der Digitalisierung, erklären die Forschenden. Auch für den wichtigen mündlichen Austausch im interprofessionellen Team fehlten der Spitex teilweise die Gefässe sowie die Verrechenbarkeit. 

Bezugspersonen: 40 % der Fallverantwortlichen sehen ihre Klientinnen und Klienten nur einmal pro Monat oder weniger. Hier besteht «Bedarf nach Massnahmen zur Definition und Stärkung der Rolle der Fallverantwortlichen im Versorgungsteam».

Sicherheit: Die Mitarbeitenden sind zufrieden mit dem Umgang mit Fehlern in den Organisationen. Kritisch merken die Forschenden zum Beispiel an, dass nur 21 % der befragten Organisationen mit einem Critical Incident Reporting System (CIRS) arbeiten. 

Personalstruktur: Die Resultate verweisen auf eine gute Stabilität der Personalstruktur. Dennoch gilt es laut den Forschenden zu bedenken, dass 11 % ihre Arbeit bei der Spitex aufgeben möchten. Abgänge führten zu empfindlichen Lücken, weswegen die Umsetzung der Pflegeinitiative von Bedeutung sei. 

Gesundheit der Mitarbeitenden: Das Commitment in der Spitex ist hoch und das befragte Personal geht trotz Krankheit zur Arbeit. 70 % berichten über Schwäche und Müdigkeit, 67 % über Rücken-
oder Kreuzschmerzen, 57 % zeigen Anzeichen für eine körperliche und 52 % für eine emotionale Erschöpfung. Damit wird die Gesundheitsförderung für die Spitex zum wichtigen Thema. 

Arbeitsumgebung: Den Organisationen gelingt es, «eine positive Arbeitsumgebung zu schaffen, in der die Mitarbeitenden zufrieden sind mit ihrer Arbeit und mit ihren Vorgesetzten». Einzig die Zufriedenheit mit dem Lohn schneidet etwas tief ab.

Gesundheitsförderung wird für die Spitex zu einem wichtigen Thema, um Mitarbeitende zu halten.

Auszug aus dem Studienbericht

Die Ergebnisse von SPOTnat werden weiter analysiert und für die Umsetzung von Verbesserungsmassnahmen verwendet. Das
«Spitex Magazin» wird darüber berichten. Die Forschenden gehen indes von einer nicht ganz repräsentativen Stichprobe aus, weil die Befragung während der Pandemie erfolgte und einige Organisationen mit schwierigen Personalsituationen nicht daran teilnahmen. Mehr Informationen: https://spotnat.nursing.unibas.ch

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