Publicare erleichtert den Übergang vom Spital nach Hause

Die Firma Publicare ist auf die Lieferung medizinischer Hilfsmittel und Beratungen zu deren Wahl und Anwendung spezialisiert. Am Übergang vom Spital zur Spitex übernimmt sie eine Drehscheibenfunktion – für die Spitäler, die Spitex sowie die Patientinnen und Patienten.

KARIN MEIER. Patientinnen und Patienten, die wegen eines künstlichen Darmausgangs stationär im Spital Schwyz ­betreut werden, einen Termin in der ambulanten Stomaberatung wahrnehmen oder im Wundambulatorium eine chronische Wunde behandeln lassen, haben eines gemeinsam: Zurück in den eigenen vier Wänden benötigen sie meist medizinische Hilfsmittel für die Selbstanwendung oder für die Anwendung durch die Spitex – zum Beispiel Ausstreifbeutel und Stomakappe oder Wundauflagen sowie Produkte zur Reinigung und Desinfektion. Und hier kommt die Publicare AG ins Spiel: Das im aargauischen Oberrohrdorf ansässige Unternehmen handelt mit medizinischen Hilfsmitteln, welche bei Inkontinenz, in der ­Stoma- und Tracheostoma-Versorgung sowie zur Wund­behandlung zum Einsatz kommen. Das Sortiment mit insgesamt rund 13 000 Artikeln umfasst weiter ergänzende Produkte wie Handschuhe, Desinfektionsmittel, Spüllösungen, Spritzen und Kanülen sowie Pflegeprodukte (vgl. auch Firmenporträt im «Spitex Magazin» 2/2021). Publicare sorgt auch für die kompetente Beratung von Fachpersonen in den Spitälern – der Fokus des Premiumpartners von Spitex Schweiz liegt aber auf der ambulanten Versorgung und damit auf der Beratung von Spitex-Organisationen sowie dem Versand von Hilfsmitteln direkt an die Patientinnen und Patienten nach Hause. Damit übernimmt das Unternehmen mit rund 100 Mitarbeitenden die Rolle einer wichtigen Drehscheibe im Austrittsmanagement, welche die grosse Komplexität am Übergang vom Spital nach Hause zu reduzieren vermag – und zwar für alle Beteiligten.

Eine Illustration der Zusammenarbeit der Beteiligten rund um das
Austrittsmanagement. Grafik: Publicare AG

Spitex und Spitäler: Beratung und einfacher Bestellprozess
Ein grosser Geschäftsbereich von Publicare entfällt auf die Beratungen von Pflegefachpersonen von Spitälern und Spitex. Erbracht werden diese vom Aussendienst-Team, das sich in die Fachbereiche ambulant und stationär aufteilt und für seine Kundinnen und Kunden in der ganzen Schweiz unterwegs ist. Im Kanton Schwyz ist Manuela Hernandez für den stationären und Manfred Wick für den ambulanten Fachbereich zuständig. Sie kennen sich mit dem Produktsortiment und dessen Anwendung umfassend aus, weshalb sie die Spitäler und die Spitex detailliert beraten und schulen können. Zudem sind sie Profis rund um die «Mittel- und Gegenständeliste» (MiGeL) des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Diese regelt, welche Mittel und Gegenstände von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) übernommen werden. «Gibt es in der MiGeL Anpassungen, wie letztmals bei den Vergütungsregelungen auf den 1. Oktober 2022, informieren und schulen wir unsere Kundinnen und Kunden bereits im Vorfeld. Und wir bereiten für sie eigens ein Dokument auf, in dem wir die Anpassungen übersichtlich aufführen», sagt Martin Jenny, Leiter Aussendienst bei Publicare.

Cattleya Studer ist Pflegefachfrau HF und arbeitet als Stomaberaterin sowie auf der Abteilung und im Wundambulatorium im Spital Schwyz. Die meisten ihrer stationären und ambulanten Patientinnen und Patienten sind auch zu Hause auf medizinische Hilfsmittel angewiesen, die Cattleya Studer auf Wunsch bei Publicare bestellt. Dies geschieht über ein digitales Formular, das Publicare für das Spital Schwyz entwickelt hat und bei dem manche Felder vorausgefüllt sind. «Der einfache Bestellprozess erleichtert mir die Arbeit», sagt sie. Zeitsparend seien insbesondere die Nachbestellungen: Weil die Rezepte für die Patientinnen und Patienten ein Jahr lang gültig sind, entfällt hier ein Teil des administrativen Aufwands. Cattleya Studer schätzt es ausserdem, dass Publicare die Bestellungen überwacht: «Gewisse Produkte, zum Beispiel Silberprodukte, dürfen wir nur während 30 Tagen benutzen. Bevor diese Frist um ist, informiert Publicare den Patienten oder die Patientin. So bleibt uns genügend Zeit für den Wechsel auf ein anderes Produkt.»

Ein häufiger Akteur am Übergang zwischen Spital und Zuhause ist auch die Spitex Region Schwyz. Deren Anlaufstelle für stationäre Klientinnen und Klienten ist der ­Sozialdienst des Spitals. Bei ambulanten Spitalbehandlungen arbeitet die Spitex hingegen direkt mit den Pflegefachpersonen der Stomaberatung und des Wundambulatoriums zusammen. Ein Beispiel: Bei einem Ulcus cruris, also einem «offenen Bein», nehmen die Mitarbeitenden der Spitex Region Schwyz vorerst alle zwei Tage einen Verbandswechsel vor. Jede Woche hat die Klientin und der Klient dann einen Termin im Wundambulatorium, woraufhin die Spitex-Mitarbeitenden mit der zuständigen Pflegefachperson des Spitals besprechen, wie häufig der Verband in der Folgewoche jeweils gewechselt wird – und welche Materialien dabei verwendet werden. Ein regelmässiger Austausch erfolge deshalb auch mit Publicare, berichtet Roland Rickenbacher, Teamleitung Pflege bei
der Spitex Region Schwyz: «Gerade bei der Materialwahl schätzen wir die Beratungen durch Publicare enorm», sagt er. Am Übergang Spital und Spitex herrscht also eine eingespielte Zusammenarbeit zwischen den Leistungserbringern und Publicare mit kurzen Wegen und laufendem Wissenstransfer. Und dies erweist sich als Vorteil für alle Beteiligten, auch für die Patientinnen und Patienten.

Gerade bei der Material-
wahl schätzen wir
die Beratungen durch
Publicare enorm.

Roland Rickenbacher

Teamleitung Pflege Spitex Region Schwyz

Patientinnen und Patienten: Unterstützung bei Hilfsmitteln und Finanzen
Die Patientinnen und Patienten profitieren nicht nur davon, dass Publicare die Übergänge für die Leistungserbringer optimiert – sie profitieren auch direkt von der Unterstützung durch das Unternehmen: Die medizinischen Hilfsmittel, welche die Patientinnen und Patienten nach der Rückkehr aus dem Spital benötigen, werden nur zu Beginn und in kleinen Mengen vom Spital bereitgestellt. Danach müssen sie die Produkte selbst beschaffen oder sich darauf verlassen, dass die Spitex diese bestellt. Dies bedeutet für die Betroffenen nicht nur logistische Anforderungen, sondern auch finanzielle. Hier profitieren die Patientinnen und Patienten vom einfachen Bestellprozess über das Webportal von Publicare und von der Beratung durch den Kundendienst. Zudem versorgt das Unternehmen die Patientinnen und Patienten nicht nur zeitnah mit den benötigten Hilfsmitteln, sondern rechnet auch direkt mit der jeweiligen Krankenkasse ab – und schreitet bei allfälligen Rückweisungen ein (vgl. Spitex Magazin 4/2022). 

Im Weiteren gilt bei Stoma-Material sowie Inkontinenz-Hilfsmitteln eine Kostenlimite pro Person und Jahr. Wird diese überstiegen, muss ein Antrag an die zuständige Krankenkasse auf eine erweiterte Kostengutsprache gestellt werden. Publicare behält diese Limiten im Auge – und informiert die Patientin oder den Patienten, wenn eine solche zu 80 Prozent erreicht ist. Bei Bedarf unterstützt das Unternehmen die Betroffenen dann auch beim Antrag auf eine erweiterte Kostengutsprache. «Und schliesslich stellen wir bei Produkten für die Wundversorgung die MiGeL-Konformität sicher – und sorgen damit für möglichst tiefe Selbstkosten seitens der Patientinnen und Patienten», fügt Martin Jenny an. Kurz gesagt: Publicare stellt sicher, dass die Patientinnen und Patienten in ihrem Zuhause weder den benötigten medizinischen Hilfsmitteln noch dem Geld hierfür «hinterherrennen» müssen.

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