«Ein herzliches Dankeschön an alle Spitex-Mitarbeitenden»

Stefan Gubser, 66, hat an zahlreichen TV-Produktionen, Theaterstücken und Kinofilmen als Schauspieler und Produzent mitgewirkt. Im Interview spricht er über Talente, seine aktuellen Projekte – und die Spitex.

Stefan Gubser. Foto: zvg

SPITEX MAGAZIN: Herr Gubser, 2021 sagten Sie gegenüberder «Schweizer Illustrierten»: «Vor zehn Jahren dachte ich: Wie schön wird es, wenn ich pensioniert bin. Jetzt ist das überhaupt keine Option für mich. Ich muss immer etwas Neues anreissen. Das hält mich jung.» Welche Projekte halten Sie derzeit auf Trab?
STEFAN GUBSER: Da war ich vor zehn Jahren vielleicht etwas voreilig. Ich geniesse mein Leben als Frisch-Pensionierter, was jedoch nicht heisst, dass ich untätig bin. Aber das Schöne am Rentnerdasein ist, dass ich nicht mehr muss, sondern darf. Ich darf Herzensprojekte anreissen, aber auch vieles von dem weitergeben, was mir in meinem Leben Gutes widerfahren ist. Aktuell unterstütze ich in meiner Funktion als Stiftungsrat bei «Hilfe für Kinder» den Aufbau eines Kinderhospizes in der Schweiz. Ferner finden gerade die Dreharbeiten zum Spielfilm «Landesverräter» von Michael Krummenacher statt, in dem ich eine wunderbare Rolle spielen darf. Zudem werde ich mit der szenischen Lesung über die Beltracchis zusammen mit Mona Petri auf Tournee gehen. Sie sehen, langweilig wird mir nie.

Sie sind Schauspieler, Produzent, Geschichtenerzähler, Moderator, Kinderbuchautor und mehr. Gab oder gibt es dennoch einen anderen Beruf, von dem Sie einst träumten oder immer noch träumen?
Mich hat Holz immer fasziniert – der Geruch, die Haptik und was man mit Kreativität, Handwerk und Geschick daraus machen kann. Also wäre Schreiner auch ein Traum gewesen. Oder Fischer: Als kleiner Junge war ich immer gern mit meinem Vater auf dem Bodensee am Fischen. Aber auch der Beruf des Hausarztes wäre für mich eine Option gewesen. 

Verraten Sie eine Macke und ein Talent von Ihnen, die trotz Ihrer grossen Medienpräsenz bisher kaum ein Thema in der Öffentlichkeit waren?
Mein frisch gebrühter Cappuccino ist in der Nachbarschaft ziemlich bekannt; ich habe von meiner Tochter zum Geburtstag einen Barista-Kurs geschenkt bekommen. Und ich denke, dass ich das Feuermachen ziemlich perfektioniert habe und dass ich ein selbsternannter «Handyman» bin – mit viel Leidenschaft, aber nicht unbedingt mit dem grössten Talent. Zumindest kann ich die Nähmaschine besser bedienen als meine Frau und habe unsere Küchenvorhänge selbst genäht.

Zur Person
Stefan Gubser wurde am 1. August 1957 in Winterthur ZH geboren. Ab 1978 absolvierte er die Schauspielausbildung am Max Reinhard Seminar in Wien und war daraufhin an Theatern in Österreich und Deutschland engagiert. 1986 spielte ­­er in seinem ersten Film mit, an der Seite von Bruno Ganz in «El río de oro». Durch seine Rolle als Kommissar Bernauer in der TV-Serie «Eurocops» wurde er in den 90er-Jahren europaweit bekannt. Bis heute hat er in 25 Kinofilmen, 70 TV-Filmen und rund 150 Folgen von TV-Serien mitgespielt. Bei den Kinofilmen «Hello Goodbye» und «Horizon Beautiful» und den Theaterproduktionen «Alte Freunde» und «Rockerbuben» war er auch Produzent. Von 2011 bis 2019 spielte er Kommissar Reto Flückiger im Luzerner «Tatort». 2017 veröffentlichte er mit seiner Tochter Stefanie Gubser sowie Illustrator Frank Baumann das Dialekt-Märchenbuch «Die gschtifleti Gans – Grimm-Märli und Schlafliedli zum Läse und Lose». Und 2018 trat er an der Zürcher Oper auf. In den vergangenen Jahren war Stefan Gubser auch als Coach und Referent für Unternehmen tätig, ebenso wie als Erzähler oder Sprecher in Produktionen mit klassischer Musik. Seine nächsten diesbezüglichen Auftritte sind an der Konzert-Lesung «Beethoven – das einsame Genie» am 20. Oktober in Emmen (LU) und am 30. Oktober in Lindau (D; www.wortspekta­kel.ch). Seit Juni 2023 wirkt er an den Dreharbeiten zum Kinofilm «Landesverräter» mit (www.contrastfilm.ch/film/landesverraeter). Im Weiteren ist er zum Beispiel Mitglied des Stiftungsrats von «Hilfe für Kinder» und mag das Meditieren, Segeln und Wandern. Er lebt mit seiner zweiten Frau Brigitte in der Nähe von Zürich. 

Gibt es eine bekannte Person, welche Sie gern einmal treffen würden?
Da gibt es viele Menschen, die mich tief beeindrucken – bekannte wie unbekannte, da mache ich keinen Unterschied. Kürzlich habe ich Oliver Heer kurz kennen gelernt, den erster Schweizer Segler, der es in der 40-jährigen Geschichte der «Vendée Globe» geschafft hat, an dieser Regatta teilnehmen zu dürfen und damit alleine in rund 80 Tagen um die Welt zu segeln – eine Riesenleistung! Und wissen Sie was, nächsten Dienstag werde ich ihn erneut treffen, worauf ich mich sehr freue.  

Und zuletzt: Welche Erfahrungen haben Sie mit der Spitex gemacht?
Mein Vater lebte bis zu seinem Tode mit fast 102 Jahren selbstbestimmt in seiner gewohnten Umgebung zu Hause, mit grosser und liebevoller Unterstützung durch die Familie und die Spitex. Er wollte auf keinen Fall in ein Altersheim, und ohne die Spitex und deren hilfsbereite Pflege wäre dieser Wunsch nie in Erfüllung gegangen. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an alle Spitex-Mitarbeitenden. Je älter unsere Gesellschaft wird, desto wichtiger ist diese wunderbare Organisation.

INTERVIEW: KATHRIN MORF

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