Drei Jahrzehnte für die Spitex und ihre Fachmagazine engagiert

Nach über 31 Jahren im Dienst des Spitex Verbands Thurgau geht Christa Lanzicher in Pension. Im Abschieds-Interview blickt sie zurück auf diese Zeit – insbesondere auf die 22 Jahre, in denen sie sich für das «Spitex Magazin» und seinen Vorgänger engagiert hat.

Christa Lanzichers Porträts im «Schauplatz Spitex» und im «Spitex Magazin» im Laufe ihres insgesamt 22-jährigen Engagements für die Fachmagazine. Bilder: Archiv 

KATHRIN MORF. 1993 begann die 33-jährige Pflegefachfrau Christa Lanzicher mit 35 Stellenprozent für den Spitex Verband Thurgau zu arbeiten – als erste Angestellte des Verbands war sie zu Beginn Herrin über gerade einmal einen Ordner. In den kommenden 31 Jahren hat sich der Verband genauso stark weiterentwickelt wie die Spitex im Allgemeinen, und Christa Lanzicher hat als dessen Geschäftsführerin viel bewegt – in der Spitex und für die Spitex. «Ein persönliches Highlight war sicherlich die Schaffung der Fachstelle Spitexentwicklung beim Spitex Verband Thurgau. Das Projekt war herausfordernd, aber heute ist der Nutzen der Fachstelle unumstritten», berichtet Christa Lanzicher im Interview.

An der Jahresversammlung des Kantonalverbands vom 22. April 2024 verabschiedeten sich zahlreiche aktuelle und ehemalige Weggefährtinnen und Weggefährten von der langjährigen Geschäftsführerin und schilderten weitere Höhe- und Schwerpunkte ihrer Karriere. Beispielsweise habe sich Christa Lanzicher stets mit Herzblut für die Ausbildung sowie für die Professionalität und Weiterentwicklung der Spitex eingesetzt – ebenso wie dafür, dass die Spitex als zentrale Akteurin im Gesundheitswesen wahrgenommen wird. Marianne Pfister, Co-Geschäftsführerin von Spitex Schweiz, lobte derweil Christa Lanzichers Engagement auf nationaler Ebene. Sie berichtete beispielsweise, dass die Thurgauer Geschäftsführerin bereits an der Gründung des Spitex Verbandes Schweiz (heute: Spitex Schweiz) im Jahr 1997 dabei gewesen sei. An dieser Stelle soll indes ein bestimmtes nationales Engagement von Christa Lanzicher fokussiert werden – dasjenige für das «Spitex Magazin», das vor 22 Jahren seinen Anfang nahm.

Mitglied der Redaktion des «Schauplatz Spitex»
2002 trat Christa Lanzicher dem Redaktionsteam des «Schauplatz Spitex» bei, des Deutschschweizer Vorgängers des «Spitex Magazins». Nötig war dieser Schritt, weil sich der Spitex Verband Kanton Thurgau in jenem Jahr dem Fachmagazin anschloss. «Ich probiere immer gerne Neues aus. Das war damals nicht anders», erklärt sie. Den ersten Auftritt im «Schauplatz Spitex» hatte sie im ersten «Edito» von 2002. Sie hoffe, dass den Lesenden mit den Beiträgen in jener Ausgabe wertvolle Impulse geliefert werden, schrieb sie – und ebensolche wertvolle Impulse hat sie seither selbst für die Fachmagazine der Spitex geliefert. 

Erst tat sie dies mit eigenen Berichten für den «Schauplatz Spitex». «Wir mussten viel selbst schreiben, was spannend war, aber im eng getakteten Spitex-Alltag auch stressig», erzählt sie – und lobt vor allem das Engagement der damaligen Redaktionsleiterin Kathrin Spring, «die immer dafür sorgte, dass unsere Berichte nicht peinlich waren», wie sie lachend anfügt. Christa Lanzicher berichtete über die Strategiesitzung des Spitex Verbandes Schweiz, erläuterte die Grundsätze der ambulanten Gerontopsychiatrie oder pries die Vorzüge einer menschen- und umweltgerechten Reinigung an. «Besonders gerne verfasste ich Porträts, weil ich dabei berufliche Bekanntschaften von einer ganz neuen Seite kennenlernen durfte», erinnert sie sich.  

Mitglied der «erweiterten Redaktion»
2014 wurde der «Schauplatz Spitex» eingestellt und das «Spitex Magazin» ins Leben gerufen. «Ich war Mitglied der Arbeitsgruppe für die Neukonzeption des nationalen Magazins, was eine interessante Aufgabe war», berichtet sie. Die damals 53-Jährige war zudem Gründungsmitglied der «erweiterten Redaktion». Dieses Beratungsgremium des «Spitex Magazins» setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Spitex-Kantonalverbände zusammen, die der Redaktion bis heute mit Ideen, Erfahrungen, Meinungen und Ratschlägen zur Seite stehen.

Zehn Jahre lang blieb Christa Lanzicher dem Gremium treu. «Ich fand es spannend, meine Eindrücke, Themen und Meinungen in das nationale Fachmagazin einbringen zu können, ohne selbst Zeit in das Schreiben stecken zu müssen. Zudem erfuhr ich als Mitglied der erweiterten Redaktion stets viel Wissenswertes aus den Spitex-Organisationen in der ganzen Schweiz. Und ich konnte mit wunderbaren Menschen auf eine professionelle, wertschätzende und oft humorvolle Art und Weise zusammenarbeiten», erklärt sie – und berichtet, wie gern sie zum Beispiel jahrelang mit Annemarie Fischer, der damaligen Geschäftsführerin des Spitex Verbands Kanton Zürich, mit dem Zug an die Sitzungen der erweiterten Redaktion nach Bern fuhr und dabei ausgiebig frühstückte. «Dem ‹Spitex Magazin› wünsche ich, dass sein hoher Wert als Visitenkarte der Spitex noch mehr anerkannt wird und dass die Redaktion die nötigen personellen und finanziellen Ressourcen erhält, um das Magazin weiterhin hochwertig zu produzieren und weiterentwickeln zu können», sagt sie zum Abschied.

Sehr vermissen werde ich insbesondere die
Menschen, mit denen ich lange und gut
zusammengearbeitet habe.

Christa Lanzicher

31 Jahre lang Geschäftsführerin des Spitex Verbands Thurgau

Die Menschen wird sie vermissen
«Oft denke ich, wo sonst ist man so nah am Leben, und wo sonst kann man so viel bewirken?», sagte Christa Lanzicher an der Jahresversammlung über die Gründe, dass sie der Spitex in über drei Jahrzehnten nie den Rücken gekehrt hat. Nun steht jedoch der Abschied an. Bewältigt sie diesen auch mit dem viel zitierten «lachenden und weinenden Auge»? «Diese Redewendung stimmt auch in meinem Fall», bestätigt sie. «Sehr vermissen werde ich insbesondere die Menschen, mit denen ich lange und gut zusammengearbeitet habe. Ich war immer Teil eines tollen Teams, was mir Spass machte, denn ich bin keine Einzelkämpferin.» Die vielen Spitex-Dossiers habe sie zwar in all den Jahren und Jahrzehnten als interessant empfunden – «der Abschied von ihnen fällt mir aber nicht schwer. Irgendwann ist es schliesslich Zeit, die eigenen Aufgaben in neue Hände zu geben.»

Nach ihrer Pensionierung will Christa Lanzicher die Welt bereisen, ihre beiden Grosskinder geniessen und viel Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Erst nach einer Weile wird sie überlegen, ob sie allenfalls ein Mandat in der Gesundheitsbranche annimmt. «Bis auf eine 18-monatige Familienpause bin ich berufstätig, seit ich 18 Jahre alt bin, und in all diesen Jahren war mein Terminkalender immer proppenvoll», sagt sie. «Im Alter von 63 Jahren will ich nun lernen, nicht mein ganzes Leben zu verplanen – und einfach einmal nichts zu tun zu haben.»

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