Beim Erstgespräch hat er 50 Fragen im Gepäck

Domenik Bösch ist Versicherungsberater der Allianz Suisse. Im Gespräch mit dem «Spitex Magazin» verrät der Toggenburger, worauf Spitex-Organisationen bei der Wahl ihrer Versicherungsprodukte achten sollten.

Domenik Bösch, Versicherungsberater von Allianz Suisse, ist mit seinem Bike zu Kundinnen und Kunden unterwegs. Fotos: Susanna Nüesch

DANIEL SCHRIBER. Gestählter Körper, sportliche Kurzhaarfrisur, lockeres Auftreten. Nein, wie ein «typischer Versicherungsvertreter» wirkt Domenik Bösch definitiv nicht. Und das ist dem 40-Jährigen auch recht so. Sein Motto: «Sei ein Original und keine Kopie.» Dazu gehöre auch der Mut, im Berufsalltag etwas anders aufzutreten als andere. Denn natürlich kennt er die gängigen Klischees. Vom «Versicherungsheini» zum Beispiel, der seinen Kundinnen und Kunden im geschniegelten Outfit unnötige Versicherungsprodukte verkaufen möchte. «Ich versuche tagtäglich den Beweis zu erbringen, dass diese Vorurteile nicht zutreffen», sagt der Privat-, Vorsorge- und Firmenkundenberater der Allianz Suisse. So ist Domenik Bösch, der für die Region St. Gallen und Toggenburg zuständig ist, nur selten im Anzug unterwegs. Seine Erklärung leuchtet ein: «Wenn ich mit Krawatte zu einem Kundengespräch auf einem Bauernhof im Toggenburg erscheine, wirkt das einfach unglaubwürdig.»

Ein Kompass durch den Versicherungsdschungel
Auch gegen das Vorurteil, dass er seinem Gegenüber doch nur überteuerte Leistungen aufschwatzen wolle, wehrt er sich: «Ehrlich währt am längsten, davon bin ich überzeugt.» Im Zentrum stehen für ihn stets seine Kundinnen und Kunden mit ihren individuellen Zielen und Bedürfnissen. «Ich sehe meine Aufgabe darin, ihnen möglichst leicht verständlich einen Weg durch den Versicherungsdschungel aufzuzeigen.» Leicht verständlich bedeutet jedoch nicht, mit einem vorbereiteten Papierantrag zum Beratungsgespräch zu gehen. Im Gegenteil: «Ich versuche stets, gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden die beste Lösung zu entwickeln.» Der Erfolg gibt ihm recht: Domenik Bösch gehört zu den Top-Mitarbeitern der Allianz Suisse. Dieses Jahr wurde er unter den über 1000 Beraterinnen und Beratern mit dem 34. Platz ausgezeichnet. Damit er auch in Zukunft zu den besten gehört, bildet er sich regelmässig weiter. Das eidgenössische Diplom für Versicherungsberater hat er bereits im Sack, an jenem zum eidgenössischen Finanzplaner ist er dran.

Maurer, Feldweibel, Versicherungsberater
Was Domenik Bösch ebenfalls von so manchen Berufskolleginnen und -kollegen unterscheidet: Er kommt ­ursprünglich aus einem ganz anderen Bereich. Nach seiner Lehre als Maurer war er mehrere Jahre als Berufsmilitarist tätig. Irgendwann sehnte er sich aber nach einer neuen Herausforderung – und fand diese bei der Allianz. 14 Jahre ist das nun her. «Das ist für einen Aussendienstler eine relativ lange Zeit», sagt der zweifache Vater. Der 40-Jährige denkt jedoch nicht daran, aufzuhören. Was ihm an seinem Job besonders gefällt? Der gebürtige Toggenburger überlegt kurz – und sagt dann: «Ich bin ein Philanthrop, ein echter Menschenfreund.» Und als solcher komme er voll auf seine Kosten. Tag für Tag hat er mit den unterschiedlichsten Personen zu tun, trifft sich mit Akademikern, Servicemitarbeitenden, Landwirten, Handwerkerinnen und vielen mehr. 

Diese Vielfältigkeit mache seine Aufgabe spannend und herausfordernd zugleich. Denn Domenik Bösch betont: «In meinem Job gibt es keine 08/15-Lösungen.» Was er an seinem Alltag zudem besonders schätzt, ist die grosse Flexibilität. «Mein Job vereint die Freiheit der Selbstständigkeit mit der Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses. Für mich ist das die ideale Kombination.» Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehört es, Fragen zu stellen. «Mir ist wichtig, dass die Kundinnen und Kunden wissen, welche Leistungen sie beziehen, wofür sie Prämien bezahlen oder auch, welche Risiken ausgeschlossen sind.» Beim ersten Termin mit potenzieller Kundschaft hat Domenik Bösch jeweils einen Katalog mit rund 50 Fragen im Gepäck. «So finde ich heraus, wie die Person tickt und welche Bedürfnisse sie hat.»

«Eine gute Rechtsschutzversicherung ist zwingend»
Natürlich ist es auch für Spitex-Organisationen sowie für deren Mitarbeitende wichtig, versicherungstechnisch gut aufgestellt zu sein. Für Domenik Bösch ist klar: «Der Mensch sollte bei der Wahl der Versicherungsprodukte stets im Zentrum stehen. Das gilt für die Wahl der Unfallversicherungen bis hin zu den Lösungen im Bereich Krankentaggeld.» Auch die berufliche Vorsorge sei ein wichtiges Thema. Bei der Wahl der Versicherungsprodukte spiele insbesondere die demografische Situation eine wichtige Rolle. Sprich: «Es macht einen grossen Unterschied, ob in einem Betrieb mehrheitlich junge Menschen, Familienväter und -mütter oder Arbeitnehmende im Alter über 50 Jahre tätig sind.» 

Ein weiteres wichtiges Thema erwähnte der renommierte Rechtsexperte Prof. Dr. Hardy Landolt in einer früheren Ausgabe des «Spitex Magazins» (vgl. Ausgabe 4/2022): Um sich gegen Klagen aufgrund von Patientenrechtsverletzungen zu schützen, sei neben der Haftpflichtversicherung auch eine (kollektive) Rechtsschutzversicherung für Spitex-Organisationen essenziell. Diese Aussage würde Domenik Bösch unterschreiben. «Eine gute Rechtsschutzversicherung ist für Organisationen aus dem Gesundheitsbereich zwingend.» Denn: «Kommt es tatsächlich einmal zu einem Rechtsfall, steigen die Kosten schnell ins Unermessliche. Eine hohe Deckungssumme lohnt sich deshalb.» Es sind Themen wie diese, welche der Berater regelmässig mit seiner Kundschaft bespricht. Sein Rat: «Es lohnt sich, das bestehende Versicherungsportfolio regelmässig zu überprüfen.» Das gelte für Unternehmen und Organisationen genauso wie für Einzelpersonen. Domenik Bösch fordert aber nicht nur seine Kundinnen und Kunden auf, am Ball zu bleiben – auch er selbst achtet darauf. Ein Beispiel: «Auch wenn ich den persönlichen Kontakt bevorzuge, bilde ich mich in Sachen Digitalisierung weiter.» Gleichwohl ist er überzeugt: «Die Maschine wird den Menschen noch lange nicht ersetzen.» Apropos Maschinen und Computer: Gerade im Cyberbereich können Unternehmen heute gut vorsorgen. Und das ist laut Domenik Bösch auch dringend nötig. «KMU sind oftmals weniger gut geschützt als Grossbetriebe», erklärt er. «Für Kriminelle sind solche Firmen deshalb beliebte Opfer.» Genau deshalb sei auch die Allianz Suisse laufend daran, ihre Produkte im Bereich der Cyberversicherungen zu erweitern. 

Wer sich länger mit Domenik Bösch unterhält, der spürt: Dieser Mann gibt immer vollen Einsatz. Das zeigt sich übrigens nicht nur in seinem Beruf: Als Ausgleich zu seiner kopflastigen Arbeit liebt er es, sich beim Sport zu verausgaben. Wenn er dabei nicht gerade von seiner Partnerin begleitet wird, ist er auch gerne allein unterwegs. «Bei einer Bike-Tour oder einer intensiven Einheit im Fitnessstudio sammle ich Energie für den nächsten Arbeitstag.» 

Seit Januar 2022 ist Allianz Suisse Premiumpartnerin von Spitex Schweiz (www.allianz.ch). Allianz Suisse unterstützt Spitex Schweiz zum Beispiel intensiv in der Digitalisierung des «Spitex Magazins». Spitex-Mitarbeitende profitieren dank der Premiumpartnerschaft von Vorzugskonditionen für bestehende und neue Versicherungen; mehr dazu im Extranet von Spitex Schweiz. 

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